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Akkordeon-Orchester

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Akkordeon-Orchester

Akkordeon, Foto: Gabriele Warnke

Texanische Polkas, französische Musette-Walzer, argentinische Tangos, Irish Folk – aus vielen „volkstümlichen“ Musiktraditionen ist das Akkordeon nicht mehr wegzudenken. Auch in die Tanzmusik der Dominikanischen Republik oder in die sudanesische Popmusik hat es Eingang gefunden: Das Akkordeon ist fast überall auf der Welt verbreitet. Dabei blickt es auf eine vergleichsweise kurze Geschichte zurück.

Das Akkordeon entstand im Zuge der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts zeitgleich in Österreich und England. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich das Instrument in ganz ­Europa aus. Weil es kompakt, tragbar, auch solistisch klangvoll, relativ preiswert und vor allem leicht zu erlernen war, entwickelte es sich rasch zu einem „Instrument des Volkes“, von vielen abschätzig als „Klavier der kleinen Leute“ tituliert.

Das Grundprinzip der Klangerzeugung beruht auf mehreren frei schwingenden Metallzungen. Eine Lamelle aus Metall wird durch einen Luftstrom in Schwingung versetzt und erzeugt so den Ton. Dieses Prinzip war schon von der chinesischen Mundorgel sheng bekannt. Auch das Orgelinstrument der europäischen Renaissance, das Regal, und die Mundharmonika funktionieren nach diesem Prinzip. Im Gegensatz zur Mundharmonika erfolgt die Luftzufuhr nicht mehr direkt über den Atem des Spielers, sondern indirekt über einen Blasebalg. Dieser verbindet zwei Holzgehäuse: Jedes enthält eine Reihe von Tönen. Auf der rechten Seite befinden sich die Einzeltöne zum Melodiespiel, auf der linken Seite Bässe und Akkorde zur Begleitung. Die Töne werden beim Pianoakkordeon mit einer Klaviatur oder beim Knopfakkordeon mit einer Knopfgrifftastatur gegriffen.

Die ersten reinen Harmonikaorchester wurden in den 1920er Jahren gegründet. Heute ergänzen Schlagzeug, Percussion, Keyboard oder Kontrabass das Akkordeonorchester. Da es kaum ein eigenständiges Akkordeon-Orchester-Repertoire gibt, wird in erster Linie Musik – insbesondere klassische – möglichst originalgetreu nachgespielt. [D.P.]