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Barockorchester

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Barockorchester

Cembalo, Foto: Gabriele Warnke

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts erfreuen sich Ensembles, die Musik im Stil ihrer Entstehungszeit aufführen, einer großen Beliebtheit. Dazu zählen auch die Barockorchester, die Barockmusik – also Musik, die in der Zeit zwischen 1600 und 1750 entstand – zu Gehör bringen. Dabei werden nicht nur historische Instrumente verwendet, sondern es setzt sich auch zunehmend eine historische Aufführungspraxis durch. Außergewöhnlich im Vergleich zum heutigen Sinfonieorchester ist das Fehlen eines Dirigenten. Die Taktvorgabe kann von der ersten Geige gegeben werden, aber auch der Cembalist kann diese Funktion erfüllen. Diese Spielpraxis setzt voraus, dass die Musiker untereinander mehr kommunizieren. Dies geschieht durch Blicke und kleine Gesten.

Ähnlich wie in der Renaissance, wo man von regelrechten „Zufallsorchestern“ sprach, richtet sich die Instrumentierung auch in der Barockmusik noch stark nach den Gegebenheiten, die der Komponist vorfand. Ausgehend von den ersten Opernkompositionen setzen sich zunehmend chorisch besetzte Instrumentalgruppen durch. Zwar gab es noch keine standardisierte Orchesterbesetzung, doch es entwickelte sich schon deutlich ein Trend zur großbesetzten instrumentalen Ensemblemusik bestehend aus Streich- und Blasinstrumenten. Das Barockzeitalter ist Blütezeit der Streichinstrumente. Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass erhalten im Barock ihre endgültige Form. Auch viele andere Instrumente des modernen Sinfonieorchesters, wie Fagott, Oboe und Klarinette, wurden in der Barockzeit entwickelt. Allerdings unterscheiden sie sich im Klang erheblich von den heute gebräuchlichen Instrumenten. Im allgemeinen klingen sie weicher und leiser.

Vorherrschendes Kompositionsprinzip war der basso continuo – der Generalbass, weshalb das Barock­zeitalter auch als Generalbasszeitalter bezeichnet wird. Dabei bildet der Generalbass eine Art „Bass-Akkord-Fundament“ der Komposition – eine stete Bassstimme, bestehend aus Bassmelodie und Akkordstruktur, die die Melodielinie ergänzt. Wenn das Instrument mehrstimmiges Spiel gestattet, wie Orgel, Cembalo oder Theorbe kann der basso continuo von einem einzigen Instrument ausgeführt werden. Darüber hinaus eigneten sich für die Bassmelodie Violoncello, Viola da gamba oder Fagott. Oft waren eine ganze Reihe von Instrumenten am basso continuo beteiligt. Er wurde zur harmonischen Stütze und Grundlage des gesamten Satzes. Die künstlerische Wirkung bestimmter Akkordfolgen und der Zusammenklang verschiedener Instrumentengruppen wurden im Barock stetig weiterentwickelt und verfeinert. [D.P.]