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Bigband

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Bigband

Uni Big Band, Konzert im Übersee-Museum, Foto: Gabriele Warnke

In den 1920er Jahren entstanden in Amerika Jazz-Bands mit zunehmend größerer Instrumentierung: Die Bigbands. Die Entwicklung ging einher mit einem Wandel vom traditionellen Stil des New-Orleans-Jazz zum Swing-Stil. Durch eine ökonomisch begründete Vergrößerung der Tanzsäle war zugunsten der Akustik eine Vergrößerung der Besetzung notwendig geworden. Gleichzeitig entwickelte sich nun ein Trend zu sorgfältig ausgearbeiteten schriftlich fixierten Arrangements. Die kreative Selbstverwirklichung des Einzelnen und die Spontaneität der Improvisation traten in den Hintergrund. Wichtiger wurde das perfekte Vom-Blatt-Spiel und die klangliche Einordnung in eine Satzgruppe. Es kam zu einer Arbeitsteilung zwischen den improvisierenden Solisten und den anonymen Section-Musikern. Die Bigband entwickelte sich zur dominierenden musikalischen Organisationsform des Jazz.

Den Kern dieser Unterhaltungs- und Tanzorchester bilden mehrfach besetzte Bläserstimmen (Saxophon, Klarinette, Trompete, Posaune) und eine Rhythmusgruppe bestehend aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Die Instrumentengruppen teilen sich in die Melodikgruppe: Reed-Section (Saxophon und Klarinette) und Brass-Section (Trompete und Posaune) und die Rhythmusgruppe.

Bigbands sind häufig eng mit ihren Leitern verbunden. Eine der ersten Bigbands wurde 1923 von Fletcher Henderson gegründet. 1928 folgte das bis dahin größte Jazz Orchester: das Duke Ellington Orchester. Zu herausragenden Orchestern der Swing-Ära gehören unter anderem die Bigbands von Benny Goodman oder Count Basie. Noch heute sind zahlreiche Orchester aktiv, die Jazz spielen, aber die standardisierte Bigband-Besetzung der Swing Ära weitgehend aufgegeben haben. Die Bigband im klassischen Stil findet man vor allem noch in den Rundfunkanstalten und in Schulen oder Musikhochschulen. [D.P.]