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Dudelsack-Orchester

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Dudelsack-Orchester

Dudelsack-Orchester, Konzert im Übersee-Museum, Foto: Gabriele Warnke

Entgegen der allgemeinen Annahme, der Dudelsack sei vor allem ein typisch schottisches Instrument, ist er unter unterschiedlichsten Bezeichnungen in ganz Europa verbreitet. Das Funktionsprinzip des Dudelsacks findet sich sogar in allen Teilen der Welt: In Indien ebenso wie in Nordafrika.

Beim Spiel des Dudelsacks wird der Balg aus Leder über ein Rohr mit Luft gefüllt. Durch den Druck, den der Spieler mit dem Arm auf den Sack ausübt, strömt die Luft durch eine oder mehrere tönende Pfeifen aus. Das Vibrieren der Rohrblätter am äußeren Ende der Pfeifen erzeugt den Ton. Auf der mit Tonlöchern versehenen Melodiepfeife wird die Melodie gespielt. Hinzu kommen die Bordunpfeifen, die einen Dauerton erzeugen und so – meist in der Oktave oder Quint des Grundtons – die Melodie begleiten.

Das Prinzip des Dudelsacks war schon um 80 v. Chr. bekannt und breitete sich schnell im ganzen römischen Reich aus. Seine Blütezeit erlebte er in der Renaissance. Im 15. Jahrhundert wird der Dudelsack – in Deutschland unter dem Namen Sackpfeife bekannt – an den Höfen Europas von professionellen Spielleuten gespielt. Gleichzeitig wurde der Dudelsack immer mehr zu einem Instrument der „einfachen“ Landbevölkerung, wo er beim Tanzvergnügen zum Einsatz kam. Ebenso wie die Drehleier erfuhr der Dudelsack im 17. Jahrhundert ausgehend von Frankreich eine Aufwertung in Adelskreisen. Im Zuge der Schäferromantik im Barock und Rokoko wurde er zum Modeinstrument an den Höfen. Das Akkordeon löste Ende des 19. Jahrhunderts den Dudelsack als beliebtes Volksmusikinstrument in Europa ab. Erst seit den 1970er Jahren ist das Interesse am Dudelsack wieder gewachsen und es entstehen Ensembles, die das Dudelsackspiel erneut lebendig werden lassen.

In der Regel ist der Dudelsack ein Soloinstrument. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich verschiedene Ensemblezusammensetzungen – unter anderem in Kombination mit Drehleier und Akkordeon. Solche Ensembles sind vor allem in Südosteuropa noch heute in der Volksmusiktradition aktiv. Doch ähnlich wie andere Instrumente, die ursprünglich solistisch gespielt wurden – wie Harmonika oder Drehleier – schließen sich die Instrumentalisten gelegentlich zu ganzen Orchestern zusammen und probieren das gemeinsame Zusammenspiel. [D.P.]