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Gagaku

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Gagaku

Gagaku-Ensemble, Konzert im Übersee-Museum, Foto: Gabriele Warnke

Japan

Der Begriff Gagaku – wörtlich übersetzt „vornehme Musik“ – umfasst alte japanische Musik – sowohl reine Instrumental- als auch Vokal- und Tanzmusik (Bugaku). Da Gagaku-Musik in erster Linie am japanischen Kaiserhof aufgeführt wurde, ist sie auch als japanische Hofmusik bekannt. Das Gagaku-Orchester besteht in der Regel aus acht verschiedenen Blas-, Saiten- und Schlaginstrumenten, die teilweise verdoppelt oder verdreifacht werden.

Anfang des 8. Jahrhunderts fand Gagaku-Musik – deren Ursprünge in China liegen – Eingang in die japanische Kultur. Ihre Blütezeit erlebte sie im Japan der Heian-Epoche (8. – 12. Jh.) – in dieser Zeit wurde sie zu einem wichtigen Bestandteil des höfischen Lebens. Neben dem hofeigenen Gagaku-Orchester des Kaisers, pflegten vor allem höhere Gesellschaftskreise die Musik. Aufgrund der engen Verbindung von Gagaku-Musik zur höfischen Kultur, geriet diese Musikform parallel zum Machtverlust des Adels zunehmend in Vergessenheit. Erst als Ende des 19. Jahrhunderts durch Kaiser Meiji die kaiserliche Macht wieder gestärkt wurde, erlebte auch die Gagaku-Musik eine neue Blüte. Noch heute wird Gagaku vom Orchester des Kaiserpalastes und in einigen Tempeln gespielt. Die Orchestermusiker des kaiserlichen Hofes sind größtenteils unmittelbare Nachkommen der alten Meister, in deren Familien diese Tradition von Generation zu Generation weitergegeben wurde. In der Regel werden die Musiker im jugendlichen Alter von 12 oder 13 Jahren Mitglieder der Musikabteilung des kaiserlichen Hofes. Doch erst nach einer langjährigen Ausbildung in westlicher und japanischer Musik werden sie offizielle Hofmusiker. Außerhalb Japans gibt es nur wenige Gagaku-Orchester – einzigartig in Europa ist das Kölner Gagaku Ensemble.

Die Grundmelodie der Gagaku-Musik wird vor allem von den Bläsern interpretiert. Dabei spielt die hichiriki – eine Art Oboe – die Hauptmelodie. Die Saiteninstrumente spielen Variationen zum Thema und die Schlaginstrumente stabilisieren den Rhythmus. Wie in vielen asiatischen Orchestern ist der Orchesterleiter ein Trommelspieler. Er gibt mit der Trommel kakko Tempo­wechsel und den Abschluss des Stückes an.

Insgesamt sind ca. 60 traditionelle Gagaku Stücke überliefert. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese erhaltenen Reste immer wieder bearbeitet. Die letzte grundlegende Bearbeitung fand in den 1870er Jahren statt. In dieser Zeit wurde auch das Gagakuwerk „Etenraku“ für ein modernes Symphonieorchester umgeschrieben.

Bei der Aufführung von Gagaku-Musik sitzen die Musiker auf einer Bühne, die durch ein Geländer begrenzt wird. Die Bühne kann in einem geschlossenen Raum, aber auch im Freien aufgebaut sein. In der Standardform hat ein Gagaku-Orchester sechzehn Musiker:
Drei hichiriki, drei ryuteki, drei sho, zwei biwa, zwei gaku-so, eine kakko, eine shoko und eine taiko. [D.P]

Die Instrumente des Gagaku-Orchester:

  • hichiriki: Doppelrohrblattinstrument mit neun Grifflöchern
  • ryuteki: Querflöte mit sieben Grifflöchern
  • biwa: Laute mit vier Saiten
  • gaku-so/koto: langes zitherähnliches Instrument mit 13 Saiten, „Wölbbrettzither“
  • taiko: große hängende Trommel
  • kakko: kleine Trommel, wird vom Leiter des Orchesters gespielt. Er gibt mit ihr einen Wechsel im Tempo an, sowie den Abschluss eines Stückes.
  • shoko: kleiner Bronzegong
  • sho: Mundorgel, Melodieinstrument mit elf Akkorden
  • dadaiko: Die riesigen Trommeln, die einen donnernden Klang erzeugen, werden in den bugaku Tanzstücken gespielt.