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Gamelan Jégog

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Gamelan Jégog

Instrument Gamelan Jégog, Detail, Foto: Gabriele Warnke

Bali, Indonesien

Der zu den Gräsern gehörende Bambus erreicht in Westbali ungewöhnliche Ausmaße wie sonst nirgendwo in dieser abwechslungsreichen Insellandschaft. Dieser „Knüller“ der Natur wird von den örtlichen Musikern und Instrumentenbauern seit einigen Jahrzehnten in der Weise ausgenutzt, dass daraus riesige Bambusinstrumente/Bambusidiophone mit Röhren bis zu drei Metern Länge und Durchmessern bis zu 65 cm gebaut und gestaltet werden: Gamelan Jégog, benannt nach dem bemerkenswerten jegogan, dem größten Kernmelodie-Instrument mit seinen tiefen, orgelähnlichen und lange nachklingenden Tönen. Um die für die Klangerzeugung geeigneten Schlagstellen erreichen zu können, sitzen die Musiker des jegogan oben auf dem stabilen Holzrahmen des Instrumentes.

Bei diesen wie bei den kleineren, baugleichen Instrumenten des Ensembles sind meist acht verschieden lange zungenförmig ausgeschnittene Bambusrohre nebeneinander hängend in einem oft reich verzierten Holzrahmen befestigt. Sie sind gestimmt in einer – auch auf Bali sehr seltenen – Vierton-Skala (b-c-e-g). Sowohl auf dem tiefen jegogan als auch auf den nächst höheren undir, kuntung, barangan und cantilan werden die vier Röhren für die rechte Schlaghand gleichsam verdoppelt mit den vier Röhren für die linke Schlaghand. Dadurch lassen sich hin und her „rollende“ Melodien spielen: linke und rechte Hand wechseln sich ab zwischen den Tönen gleicher Tonhöhe.

Gamelan Jégog ist extrem populär in West-Bali. Einzelne Dörfer haben 5 – 6 aktive Ensembles, die sowohl einzeln als auch gemeinsam Musik machen. Sehr beliebt sind musikalische Wettkämpfe in der Region. Die Musiker messen sich in Ausdauer, Spielweise, Ekstase und Zusammenspiel, auch die Klangqualität der Instrumente wird bewertet. Die Musik erklingt vorwiegend zur Unterhaltung wie auch als Signal zum Beginn gemeinschaftlicher Arbeiten, ferner anlässlich staatlicher Feiertage und auch zur Begleitung der pencak genannten tänzerischen Vorstellung der Selbstverteidigung. [A.L.]