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Geschichte und Bestandsbeschreibung
Historischer Bestand
Das Übersee-Museum ist ohne seine Bücherbestände kaum denkbar. Parallel zur Vorgeschichte und Entwicklung des Hauses gibt es auch eine Geschichte der Bibliothek. Die erste Erwähnung erfolgte schon zu Zeiten des 30 jährigen Krieges. Die Bibliothek des damaligen Gymnasium Illustre wird gelobt, allerdings die Frage gestellt, was türkische Pantoffeln und ähnliche Kuriosa hier zu suchen hätten: „Dies mag der Herr Bibliothecarius verantworten!” Er tat es und daraus wuchsen die ersten Sammlungen des heutigen Übersee-Museums.
Bestandsbeschreibung
Der Bestand ist in 7 Hauptabteilungen systematisch gegliedert. Unter „Allgemeines” sind Biographien, Reisebeschreibungen, Wörterbücher und Lexika mit 94 Titeln aus dem 19. Jh. und 5 aus dem 18. Jh. vertreten (insgesamt 3 % des historischen Bestandes). Unter den Reisebeschreibungen, die sich teilweise auch in der völkerkundlichen Abteilung finden, sind Pierre Sonnerat, Voyage à la Nouvelle Guinée (Paris 1776), James Cook, Voyage to the Pacific Ocean undertaken ... in the years 1776 ... and 1780 (London 1785, Bd. 1 und 3) sowie die deutsche Übersetzung der Erstausgabe (Berlin 1781).
In der Gruppe der „Naturwissenschaften” finden sich einführende Werke, Bibliographien, Sammelbände und Werke zur Geschichte der Naturwissenschaften mit 66 Titeln (ca. 2 % des historischen Bestandes).
Bei der „Biologie” sind die Gebiete Evolution, Ökologie, Vivarien- und Meereskunde mit 131 Titeln (4 %) vertreten, durchweg aus dem 19. Jh.
Die „Zoologie” nimmt mit 1456 Titeln (44 % des historischen Bestandes) den größten Teil des Altbestandes ein. Davon entfallen 30 Titel auf das 18. Jh. Obwohl ein großer Teil der wertvollen Bücher im Zweiten Weltkrieg verloren ging, zeigt sich noch deutlicher der ursprüngliche Schwerpunkt der Bibliothek (s.o. 1.2.). Die Bestände sind in 6 Hauptgruppen gegliedert, wobei 358 Titel auf Sammelbände, Hand- und Lehrbücher, sowie auf die Bereiche Morphologie, Anatomie, Cytologie, Genetik, Ontogenie und Physiologie entfallen. Weitere 407 Titel verteilen sich auf Faunistik, praktische Zoologie, Protozoa, Nematoden, Arachnomorpha, Insecta und Lepidoptera. Die übrigen 661 Titel sind den Diptera, Coleoptera, Hymenoptera, Mollusca, den Fischen und (am stärksten vertreten) den Vögeln gewidmet.
Die Bibliothek besitzt aus dem 18. Jh. zahlreiche Werke zur Meeresbiologie, z. B. George Everhard Rumph, D' Amboinsche Rariteitkamer of eene beschryvinge van allerhande schallvisschen (Amsterdam 1705) und Johann Baptist Bohadsch, Beschreibung einiger minderbekannten Seethiere und ihrer Eigenschaften (Dresden 1776), zur Ornithologie, z. B. Mathurin Jacques Brisson, Ornithologie (Paris 1760), Francois Levaillant, Histoire naturelle des oiseaux d'afrique (Paris 1798) oder George Edwards, natural History of Birds (London 1743 - 47) sowie zur Insektenkunde, z. B. Etienne-Louis Geoffroy, Histoire abrägäe des insectes (Paris 1764) oder Johann Ludwig Christ, Naturgeschichte, Klassifikation und Nomenklatur der Insekten vom Bienen, Wespen und Ameisengeschlecht (Frankfurt 1791). Zur „Botanik” sind 845 historische Titel (26 %) vorhanden, wobei Nachschlagwerke, Werke zur Morphologie der Pflanzen sowie Monographien einzelner Pflanzengruppen und Floren Europas und Deutschlands am stärksten vertreten sind. Auch hier finden sich mit 26 Titeln einige bemerkenswerte Werke aus dem 18. Jh., so Linnés Systema naturae (Leipzig 1748) oder Joseph Pitton Tournefort, Aquisextiensis ... institutiones rei herbariae (Paris 1719).
Die 245 Titel zur „Geografie” (7,5 % des historischen Bestandes) umfassen Entdeckungs- und Forschungsreisen, Länderkunde und Wirtschaftsgeographie.
Das Gebiet der „Völkerkunde” enthält neben den allgemeinen Einführungswerken und Museumsführern ethnographische Studien, die sich auf Asien, Afrika, Amerika, Südsee und Europa verteilen.
Kataloge
Alphabetischer Katalog als Zettelkatalog nach PI (Preußische Instruktionen); seit 1995 Titelaufnahme der Neuzugänge auf EDV www.uebersee-museum.de nach RAK-WB (Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken).
Systematischer Katalog in Zettelform (ältere hauseigene, von den Wissenschaftlern entwickelte Systematik).
Standortkatalog in Zettelform als Verwaltungskatalog. Der Altbestand ist im Zettelkatalog der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen nachgewiesen.

