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Kolonialwarenladen





Die Formen des Warenhandels haben sich in den letzten Jahrhunderten stetig verändert.
Am Anfang stand der Markt. Auf ihm wurden vor allem Erzeugnisse der Umgebung verhandelt. In Hafen- und Handelstädten wie Bremen aber gab es auch immer den Markt für Importprodukten wie Wein oder Spitze. Der Bremer Freimarkt erinnert noch heute an diese „Überseemärkte”.
Im 19. Jahrhundert entstanden die Kolonialwaren, also Waren aus den Kolonien. Zu ihnen zählten Kaffee oder Kakao, aber auch Jute oder Kopra. Viele dieser Güter waren teuer, die Kolonialwarenläden zunächst Luxusanbieter. Heute sind Waren aus Übersee kein Luxus mehr, sondern ganz gewöhnliche Konsumgüter, die im Supermarkt angeboten werden.
Die meisten Kolonialwarenläden bezogen ihre Güter von lokalen Veredelern. So gab es in Bremen noch 1961 120 Kaffeeröstereien, die entweder bestimmte Läden belieferten oder aber einen Versandhandel unterhielten. Sie übernahmen den ganzen Prozess der Kaffeeveredlung: vom Wareneinkauf über das Brennen und Mischen bis hin zur Verpackung und dem Versand. Heute haben die Großfirmen den Markt übernommen, es gibt nur noch eine Handvoll Kleinröstereien.
Die Probierstube ist das Herzstück jeder Kaffeerösterei oder Teefirma. Kaffee und Tee sind Naturprodukte, die keinesfalls immer gleich ausfallen. Der Kunde aber wünscht „seinen“ Tee oder Kaffee, ein möglichst über Jahre gleichbleibendes Produkt. Die feinen Geschmacksnerven der Tester entscheiden über den Erfolg.
Der Kolonialwarenladen im Übersee-Museum wurde nach 1920 gebaut. Seine reiche Ausstattung ist typisch für Läden dieser Art: Sie sollten die reichere Kundschaft anlocken. Ihre Güter waren damals teure Produkte wie Kaffee oder Gewürze. Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde dieser Laden von der Familie Freese in der Bremer Neustadt betrieben. Danach musste auch er den Supermärkten Platz machen.

