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Orchester der Pekingoper
Orchester der Pekingoper (Jingju)
China
Wie „eine spät erblühte, aber frische Blume chinesischer Kultur“ – so ist die Pekingoper eine relativ junge Gattung. Aus dem Ineinanderfließen verschiedener regionaler Opern- und Theaterstile entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts eine repräsentative chinesische Opernform, eine Art „Nationaloper“, ein Gesamtkunstwerk, bestehend aus Tanz, Akrobatik, Pantomime, Rezitation, Gesang und Musik.
Die Musik – Klang, Ausdruckskraft, Rhythmik und Dynamik – bestimmt und strukturiert die Bewegungen und die Sprache der Schauspieler. Jede Geste wird hervorgehoben und akzentuiert. Melodie und Rhythmus in der musikalischen Begleitung unterstreichen sowohl die Dramaturgie einer Szene als auch die von Schauspielern zum Ausdruck gebrachten Gefühle.
Es ist eine ihrem Charakter nach einstimmige, dennoch vielfarbige, reichgefärbte Musik, pentatonisch (fünftönig), mit zwei weiteren Tonstufen siebentönig geführt. Sänger und Instrumentalisten haben ein einstimmiges Gerüstmodell im „Hinterkopf“, an dem entlang sie zu improvisieren gelernt haben, wobei die Gesangspartien fest gefügt, die Zwischenspiele relativ variabel sind.
Das Orchester, das mindestens drei, meist jedoch 8 bis 15 Musiker und eine noch größere Zahl von Instrumenten umfasst, befindet sich rechts neben der Bühne. Die Musiker halten stets Blickkontakt mit den Akteuren auf der Bühne, um Musik und Aktion zu koordinieren und auf die Ereignisse auf der Bühne reagieren und entsprechend auch improvisieren zu können. Die wichtigsten Melodie-Instrumente (zugleich zur Gesangsbegleitung eingesetzt) sind zweisaitige Geigen (erhu und huqin), Lauten (pipa, yueqin, sanxian), Querflöte (dizi), Oboe (suona) und Mundorgel (sheng). Immer wieder gibt es hier Ergänzungen mit „westlichen“ Streichinstrumenten wie Violinen und Violoncelli.
Das reichhaltige Schlagwerk, bestehend aus Trommeln unterschiedlicher Größe (der pangu-Spieler als „Taktgeber“ ist auch Leiter des Orchesters), Holzklapper (ban), Gongs (luo) und Becken (bo), begleitet, kommentiert und instrumentiert insbesondere alle stark emotionalen Bereiche (zugleich auch den Auftritt wichtiger Persönlichkeiten) sowie vom Menschen nicht zu beeinflussende Naturereignisse und überirdische Mächte. [A.L.]

