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Patenkinder Asien

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Patenkinder Asien

Swinhoefasan, Lophura swinhoii (Gould, 1863)

Die Patin ist Frau Brigitte Riek.

 

Swinhoefasan
Lophura swinhoii (Gould, 1863)

Wie die meisten Fasanenarten, ist auch der Swinhoefasan ein Kleinod der Natur. Ihren wissenschaftlichen Namen erhielt diese Fasanenart nach dem englischen Ornithologen Robert Swinhoe, der selbst einige Fasanenarten entdeckte und beschrieb.

Der Swinhoefasan lebt nur in den Bergwäldern Taiwans, von 300 m bis in Höhen von 2000 m. Bei seiner Nahrungswahl ist er nicht wählerisch: Neben Beeren, Blüten und Blättern verschiedener Pflanzenarten frisst er auch Regenwürmer, Tausendfüßer und Termiten. Der Bestand der Swinhoefasane ist durch Habitatveränderungen und Vogelhandel stark gefährdet.

Seit ihrer Entdeckung 1863 werden Swinhoefasane in Europa gerne als Volierenvögel gehalten; mit unserem Klima kommen sie gut zurecht. Auch das Exemplar des Übersee-Museums stammt aus einer Fasanerie, denn für Ausstellungszwecke sind sie besser geeignet als Freilandvögel.

Patenschaftswert: 100,00 Euro

 
 
Binturong, Arctictis binturong (Raffles, 1821)
 

Binturong
Arctictis binturong (Raffles, 1821)

Trotz seines bärenartigen Aussehens zählt der Binturong zu den Schleichkatzen. Aber auch in dieser Verwandtschaftsgruppe ist er eher ein Außenseiter. Denn als einziger hat er einen echten Greifschwanz, den er beim Klettern im Geäst zum Festhalten und beim Laufen auf den Ästen als Balancierstange nutzt. Außerdem ist der Binturong größer als alle anderen Schleichkatzen-Arten und sein Fell deutlich anders strukturiert. Aber Lebensweise, Bezahnung und Nahrung weisen ihn eindeutig als Schleichkatze aus. So ist auch der Binturong ein Einzelgänger, nachtaktiv und ernährt sich von Früchten, Insekten, Vögeln und Kleinsäugern.

Unser Binturong stammt aus den ehemaligen Tiergrotten Bremerhaven und kam 1972 ins Übersee-Museum, wo ihn 1978 der Chefpräparator Andreas Vollprecht aufstellte.

Patenschaftswert: 1000,00 Euro

 
 
Stellersche Seekuh, Hautstück, Hydrodamalis gigas (Zimmermann, 1780)
 

Stellersche Seekuh, Hautstück
Hydrodamalis gigas (Zimmermann, 1780)

Erst 1741 von Georg Wilhelm Steller entdeckt, war die Stellersche Seekuh bereits 1768 ausgestorben, nur 27 Jahre nach der ersten wissenschaftlichen Beobachtung. Die „offizielle“ Erstbeschreibung durch Zimmermann erfolgte demnach posthum, nachdem Anrainer und Seeleute internationaler Handelsschiffe die leicht zu erbeutenden Seekühe bereits verproviantiert hatten. Ihr einziger Lebensraum waren die nordpazifischen Gewässer des Beringmeers, konkret die Gewässer um die östlich vor der Küste Kamtschatkas gelegenen Kommandeur-Inseln. Hier fand die Stellersche Seekuh genügend Seetang als Nahrung, den sie zwischen zwei Hornplatten im Gaumen und Mundboden zerrieb. Mit 8 m Länge und 4 Tonnen Gewicht war diese Seekuh offensichtlich die größte und schwerste Seekuh-Art, die jemals die Meere besiedelt hatte; die einzige heute noch lebende Gabelschwanz-Seekuh, der Dugong, ist wesentlich kleiner.

Betrachtet man das Hautstück, so überrascht nicht, dass die Stellersche Seekuh auch „Borkentier“ genannt wurde: Die dicke, zerfurchte Haut ist durchzogen von Gängen verschiedener Außenparasiten, die zu Lebzeiten in der verhornten Außenschicht der Haut wohnten, ohne das Wohlbefinden der Seekühe zu beeinträchtigen.

Das Übersee-Museum hält das weltweit größte bekannte Hautstück einer Stellerschen Seekuh vor; es ist zwischen 1876 und 1884 magaziniert worden. Außer unserem Museum besitzt nur noch das Zoologische Museum St. Petersburg ein Hautstück, das aber wesentlich kleiner ist.

Patenschaftswert: 10.000,00 Euro

 
 
Sumpfbüffel, Bubalus arnee forma domesticata
 

Sumpfbüffel
Bubalus arnee forma domesticata

Der Anbau von Nass- oder Wasserreis in Asien ist ohne den Sumpfbüffel gar nicht denkbar. Er ist das einzige Nutztier, das im nassen Reisfeld einen Pflug ziehen kann. Dazu befähigen ihn seine große Kraft, das ruhige Temperament und nicht zuletzt die breiten, langschaligen Hufe. Da er sie zudem stark spreizen kann, sinkt er im sumpfigen Feld nicht tief ein. Trotzdem braucht der Kerabau, wie der Sumpfbüffel auch genannt wird, während des Pflügens regelmäßig eine Ruhepause, um sich zu erholen.

Die Sumpfbüffel sind eine Haustierform des Wasserbüffels. Wahrscheinlich werden sie schon seit 5000 Jahren gezüchtet. Auf dem ersten Blick unseren Rindern recht ähnlich, unterscheiden sich die Asiatischen Büffel doch beträchtlich von ihnen. Am ehesten fällt der Querschnitt der Hörner auf, der bei Rindern meist rund, bei Wasserbüffeln oval ist. Auch die gekerbten Hörner und ihr ausladender Schwung sind ein deutlicher Unterschied.

Neben ihren guten Eigenschaften als Zugtiere dienen Sumpfbüffel auch als Reit- und Tragtiere. Eine kleinere Zuchtform des Wasserbüffels, der Milchbüffel, wird vorwiegend zur Fleisch- und Milchgewinnung genutzt. Insgesamt symbolisieren Büffel eher die kleinbäuerliche Bewirtschaftung, wie es sie in weiten Teilen Asiens noch gibt.

Das Übersee-Museum Bremen ist eines der wenigen Museen in Europa, das in der Lage ist, einen Sumpfbüffel in seinen Ausstellungen zu zeigen. Unser Exemplar stammt aus einer asiatischen Zuchtlinie in Deutschland und wurde von dem damaligen Chefpräparator Andreas Vollprecht und der Präparatorin Ruth Nüß für die neue Dauerausstellung „Asien“ aufgestellt.

Patenschaftswert: 10.000,00 Euro

 
 
Plumplori, Nycticebus coucang (Boddaert, 1785)
 

Plumplori
Nycticebus coucang (Boddaert, 1785)

Obwohl Plumploris aussehen wie kleine Bärchen und sich so langsam fortbewegen wie Faultiere, zählen sie doch zu den Halbaffen. Leben die meisten anderen Halbaffen-Arten allerdings auf dem afrikanischen Kontinent und Madagaskar, so ist der Plumplori in den tropischen Regenwäldern Südostasiens verbreitet.

Aufgrund seiner nächtlichen und heimlichen Lebensweise gibt es von ihm kaum Freilandbeobachtungen. Die Nahrung der Plumploris besteht neben Früchten und Insekten aus kleinen Reptilien, Vögeln und Säugetieren, die sie geschickt erbeuten. Neugeborene Plumploris sind schon behaart und klammern sich dicht an das Fell der Mutter, da Loris keine Nester bauen.

Unser Plumplori ist ein „Phantom“: Er taucht in keinem Eingangsbuch oder Katalog auf, und auch aus den Listen des Präparatoriums lässt sich nicht mehr feststellen, wann und von wem er aufgestellt wurde. Aber schön, dass er da ist.


Patenschaftswert: 500,00 Euro

 
 
Saiga, Saiga tatarica (Linné, 1766)
 

Saiga
Saiga tatarica (Linné, 1766)

So einzigartig die Saigas aussehen, so schwierig ist ihre systematische Zuordnung; heute gehen wir davon aus, dass sie eine Mittelstellung zwischen Antilopen und Schafen einnehmen. Besonders auffällig ist die Kopfregion mit der großen Nase, die in einem kurzen, beweglichen Rüssel endet.

Der Lebensraum der Saigas umfasst Steppen und Halbwüsten vom Kaukasus Russlands bis in den Südwesten der Mongolei. Dort suchen sie auf langen Wanderungen ihre Nahrung, die im Frühling aus Gräsern, ansonsten hauptsächlich aus Kräutern, Sträuchern und Flechten besteht. Im Sommer hilft gegen das Einatmen des wirbelnden Staubs der bewegliche Nasenrüssel, im Winter kann sich die eiskalte Atemluft in dem großen Vorhof der Nase erwärmen.

Obgleich Saigas schnelle und ausdauernde Läufer sind, werden jedes Jahr viele zur Beute von Wölfen. Für Jungtiere stellen auch Füchse und Greifvögel eine Gefahr dar.

Unsere Saiga kam über das Zoologische Museum Helsinki ins Übersee-Museum und wurde 1980 von der Präparatorin Gabriele Dechnik aufgestellt.

Patenschaftswert: 1000,00 Euro

 
 
Hanumanlangur, Presbytis entellus (Dufresne, 1797)
 

Hanumanlangur
Presbytis entellus (Dufresne, 1797)

Der zu den Schlankaffen zählende Hanumanlangur ist über den ganzen indischen Subkontinent verbreitet und zeigt dabei eine erstaunliche ökologische Anpassungsfähigkeit. Im schneebedeckten Himalaya kann man ihn in 4000 m Höhe genauso antreffen wie in den Halbwüsten Rajasthans und den tropischen Regenwäldern Sri Lankas. Dabei hilft ihm sein großes Nahrungsspektrum: Als Vegetarier nimmt er zwar nur Pflanzen zu sich, aber die bevorzugt verzehrten Blätter, Blüten und Früchte zählen zu Hunderten von verschiedenen Arten. Auch im Bewegungsraum ist der Hanumanlangur sehr flexibel, denn in manchen Gegenden lebt er fast nur auf Bäumen, in anderen ist er nahezu ausschließlich Bodenbewohner.

Die hinduistische Bevölkerung verehrt diese Languren, weil der Affengott Hanuman mit seinem Heer einst dem Gott Rama half, seine entführte Frau Sita zu befreien. Bei dieser Rettungstat verbrannten sich die Languren allerdings Gesicht, Hände und Füße, wovon noch heute die schwarzen Gesichter, Hände und Füße der Hanumanlanguren zeugen sollen.

In besiedelten Gebieten lebt diese Langurenart gerne in der Nähe von Menschen; sie wird selbst in Tempeln nicht nur geduldet, sondern von den Hindus dort auch bereitwillig mit Futter versorgt.

Unser Hanumanlangur wurde 1952 vom Zoo Hannover erworben, von Horst Köhler aufgestellt und erstmals 1983 in einer Vitrine zum Thema „Tiere und Religion“ präsentiert.

Patenschaftswert: 1000,00 Euro

 
 
Javanisches Schuppentier, Manis javanica (Desmarest, 1822)
 

Javanisches Schuppentier
Manis javanica (Desmarest, 1822)

Schuppentiere sehen aus wie lebende Tannenzapfen. Von den insgesamt sieben Arten leben vier in Afrika und drei in Asien. Das Javanische Schuppentier ist auf den Inseln Südostasiens verbreitet und in seinem Bestand gefährdet, weil sein Fleisch wohlschmeckend ist und die Schuppen des Hornpanzers als Medizin und Kraftspender gelten.

Das Javanische Schuppentier ist wie alle Schuppentierarten nachtaktiv und frisst nur Ameisen und Termiten. Deren Bauten öffnet es mit seinen kräftigen Klauen und leckt die Beutetiere dann mit seiner langen Zunge auf. Es kann sehr gut klettern, am Boden läuft es über weite Strecken nur auf den Hinterbeinen, den Schwanz vom Boden abgehoben; Gewässer werden schwimmend durchquert. Außer dem Menschen machen auch Großkatzen und Pythons Jagd auf das Javanische Schuppentier.

Unser Exemplar stammt aus Sumatra und wurde von Hugo Schauinsland, dem ersten Direktor des Übersee-Museums, von seiner dritten Weltreise 1907/08 mit nach Bremen gebracht.

Patenschaftswert: 500,00 Euro

 
 
Krabbenmanguste, Herpestes urva (Hodgson, 1836)
 

Krabbenmanguste
Herpestes urva (Hodgson, 1836)

Die deutschen Namen für die Schleichkatzen der Gattung Herpestes gehen weit auseinander: Zu ihnen gehören die bekannten Mungos, die Ichneumons und die Mangusten. Alle leben in der „Alten Welt“, die Krabbenmanguste aber nur in Teilen Asiens, nämlich in Nepal, Indien, Myanmar, Südchina, Taiwan, Laos, Malaysia, Thailand und Vietnam.

Krabbenmangusten halten sich bevorzugt am Wasser auf, da sie als gute Schwimmer vorwiegend Krabben, Fische und Frösche erbeuten. Sie jagen ihre Beute gleichermaßen im Süß- wie im Salzwasser und sind daher auch in den Mangroven Südostasiens anzutreffen. Finden Krabbenmangusten Schnecken und Muscheln, werfen sie sie solange auf den Boden oder einen Stein, bis sie zerspringen: Werkzeuggebrauch bei Schleichkatzen!

Unsere Krabbenmanguste stammt aus Taiwan, wo sie der deutsche Zoologe Hans Sauter 1909 erbeutete und nach Bremen sandte.

Patenschaftswert: 500,00 Euro

 
 
Mongoleigazelle, Procapra gutturosa (Pallas, 1777)
 

Mongoleigazelle
Procapra gutturosa (Pallas, 1777)

Verbinden wir mit dem Wort „Gazellen” schlanke, zartgebaute Springantilopen, so werden wir von den Mongoleigazellen überrascht sein: Die Männchen mit ihrem Stirnschopf, großem Kehlkopf und dem breiten Mundboden sehen vor allem im Winter gar nicht elegant aus, wenn sie auch noch ihr dichtes, wolliges Haarkleid tragen. Aber sie zeigen sehr eindrucksvoll die große Anpassungsfähigkeit innerhalb der Gazellen, denn in dem oft kühlen Lebensraum der mongolischen Grassteppe sind Kälteanpassungen überlebenswichtig.

Mongoleigazellen sind gesellig und bilden im Sommer große Männchen- und Weibchenrudel, im Winter auch gemischte Herden. Tiefer Schnee und dadurch bedingter Nahrungsmangel zwingen diese ausgeprägten Kräuter- und Grassucher dann oft zu langen Wanderungen. Ihr großer Feind ist der Wolf, dem es mit seiner Jagdstrategie gelingt, einzelne Tiere von der Herde abzutrennen; die Versprengten werden dann leicht zur Beute der gemeinsam jagenden Wölfe.

Unsere fünf Mongoleigazellen sind 1958 von einer Zoohandlung in Basel gekauft und 1962 von dem damaligen Chefpräparator Carl Bartels aufgestellt worden. Das Diorama wurde von Erich Böttcher gemalt und gestaltet. Aufgrund der Tatsache, dass Mongoleigazellen in freier Wildbahn äußerst selten geworden sind, trifft man sie auch in Museen nur sehr selten an.

Patenschaftswert: 10.000,00 Euro

 
 
Nasenaffe, Nasalis larvatus (v. Wurmbach, 1781)
 

Nasenaffe
Nasalis larvatus (v. Wurmbach, 1781)

Jeder kennt sie dem Namen nach, kaum einer hat sie wirklich gesehen: die Nasenaffen. Sie leben nur auf Borneo, wo sie in den Wipfeln der schwer zugänglichen Mangrovenwälder frisches Laub als Nahrung suchen. Nasenaffen bilden verschieden große, gemischte Gruppen, die aber nur locker organisiert sind. Auf Wanderungen in ihrem Revier durchqueren sie Flüsse und andere Gewässer schwimmend, bei drohender Gefahr können sie auch hervorragend tauchen. Weil aber dieses Verhalten gegen Lebensraumzerstörungen nichts nützt, zählen Nasenaffen heute zu den stark bedrohten Affenarten.

Die namengebende zungenförmige Nasenzier tragen nur die Männchen; die Weibchen haben eher eine Stupsnase. Über die Funktion der männlichen „Zungennase“ ist noch nichts bekannt.

Wann und auf welchem Wege unser Nasenaffen-Männchen ins Haus gekommen ist, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Aufgestellt wurde er vermutlich 1950 von dem damaligen Präparator Hinrichs.

Patenschaftswert: 1000,00 Euro

 
 
Orang-Utan, Pongo pygmaeus (Linné, 1760)
 

Orang-Utan
Pongo pygmaeus (Linné, 1760)

Von allen Menschenaffen rühren uns die Orang-Utans am meisten an. Ihr ruhiger Blick, die bedächtigen, gleichwohl fließenden Bewegungen und ihr friedliches Auftreten lassen sie uns sehr sympathisch erscheinen. Fast mutet es an, als verkörperten die Orang-Utans unsere Sehnsucht nach einer ausbalancierten Welt.

Doch die Wirklichkeit sieht auch für Orang-Utans anders aus: Heute nur noch auf Sumatra und Borneo frei lebend, müssen sie mit immer kleiner werdenden Lebensräumen zurecht kommen. Das fällt schwer, denn diese Menschenaffen sind Einzelgänger und die Männchen brauchen 30 qkm Aktionsraum, Weibchen immerhin noch die Hälfte, um ihren Hunger zu stillen. Hinzu kommt, dass Orang-Utans den Hauptteil ihrer Zeit auf Bäumen verbringen, wo sie als überwiegende Fruchtfresser ihre meiste Nahrung finden. In den Baumkronen können sie von Ast zu Ast hangelnd kilometerweite Strecken zurücklegen, ohne auf den Boden zu müssen. Zur Nachtzeit bauen sie sich in etwa 20 m Höhe Schlafnester aus umgeknickten Zweigen; anhand solcher Nester lässt sich die Anwesenheit dieser seltenen Menschenaffen am ehesten erkennen.

Unser Orang-Utan-Weibchen erhielten wir als Balg aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster; 1984 stellte es der damalige Chefpräparator Erich Böttcher auf und schuf das Schlafnest-Diorama.


Patenschaftswert: 5000,00 Euro

 
 
Kalong, Pteropus vampyrus (Linné, 1758)
 

Kalong
Pteropus vampyrus (Linné, 1758)

Die Flughunde, die nur in Afrika, Asien und Australien vorkommen, bilden gemeinsam mit den Fledermäusen, die weltweit leben, die Ordnung der Fledertiere. Sie repräsentieren mit etwa 950 Arten die nach den Nagetieren zweitgrößte Ordnung der Säugetiere. Die Flughunde stellen innerhalb dieser Ordnung eine eigene Familie dar, zu der 174 Arten zählen.

Eine davon ist der Kalong, der in den tropischen Waldgebieten Indonesiens vorkommt. Wie fast alle Flughunde, schläft er tagsüber in Bäumen. Interessanterweise haben sich die baumwohnenden Flughund- und Fledermausarten dabei die Baumregionen eingeteilt: Der Kalong schläft in der Wipfelregion, die Schlafplätze der anderen Fledertiere liegen tiefer, bis hinab zum oberirdischen Wurzelbereich.

Wie alle Flughunde frisst auch der Kalong vorwiegend Früchte, Blüten und Nektar. Obwohl er dämmerungs- und nachtaktiv ist, findet er seine Nahrung mithilfe der großen Augen und braucht kein Ultraschall-Ortungssystem, das die meist insektenfressenden Fledermausarten auszeichnet. Neben Greifvögeln und Eulen sind Parasiten eine große Gefahr für die Kalongs, so dass viele von ihnen die maximale Lebensdauer von 30 Jahren nicht erreichen.

Unser Kalong stammt aus der Provinz Atjeh im Norden Sumatras. Er wurde von dem Berliner Arzt Dr. Klein, der lange auf Sumatra und Borneo lebte, gekauft und 1967 von unserem Präparator Jörg Haack aufgestellt.


Patenschaftswert: 300,00 Euro