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Asien

Kontinent der Gegensätze

Schon seit Jahrhunderten beeinflusst das Geschehen in Asien die Kulturen des Abendlandes. Im Westen grenzt der größte Kontinent der Erde an Europa. Asien hat viele Gesichter, geprägt von Tradition einerseits und Moderne andererseits. Die Ausstellung des Übersee-Museums eröffnet sechs spannende Blickwinkel, die dazu einladen, diesen Gegensatz zu erkunden – ob Seidenstraße oder Megacity, traditionelles Theater oder die bunte Glitzerwelt Bollywoods und mehr.

Beginnend mit den Religionen führt die Asien-Reise im Museum entlang der sagenumwobenen Seidenstraße nach Shanghai mit seiner futuristischen Architektur. Die Vielfalt des asiatischen Theaters spiegelt sich in Figuren, Masken und Kostümen, die moderner Medien- und Unterhaltungsindustrie gegenüberstehen. Im nächtlichen Regenwald und in Mangrovenwäldern zeigt sich die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt Asiens, die mit der Landwirtschaft konkurriert. Der Streifzug endet im Japanischen Garten, wo sich das asiatische Lebensprinzip der Ruhe und Bewegung offenbart.

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Ursprung der Religionen

Asien gilt als die Wiege der Weltreligionen: Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam nahmen hier ihren Anfang. In China entstanden zudem die Weisheitslehren Konfuzianismus und Daoismus, die heute in Ostasien weit verbreitet sind. Auch der Shintō, neben dem Buddhismus die größte Religionsgemeinschaft Japans, oder der Schamanismus prägen die Lebenswelt der Menschen in Asien.

Viele Wege – eine Seidenstraße

Die Seidenstraße ist von alters her ein ganzes System von Überland- und Seeverbindungen zwischen dem Fernen Osten (China, Korea, Japan) und dem Mittelmeerraum. Die Verkehrswege dienten als Brücke zwischen Asien und Europa. Handelsgüter wurden darüber transportiert, Kulturpflanzen und Naturprodukte verteilt, Technologien, Ideen und Religionen verbreitet. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Zielsetzung, Karawanen und Schiffsflotten nutzten das riesige Routengeflecht.

Megacity Shanghai

Im Jahr 1950 gab es 48 Städte über einer Million Einwohnern, die meisten in Industriestaaten. Heute sind es mehr als 400, die überwiegend in so genannten „Schwellenländern“ liegen. Die Vereinten Nationen bezeichnen eine Stadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern als Megacity. Ein Beispiel ist die chinesische Hafenstadt Shanghai, in deren Ballungsraum rund 18 Millionen Menschen leben.

Gesamtkunstwerk Theater

Im östlichen Theater bilden vielfältige Ausdrucksformen eine lebensnahe, magisch-kultische Grundlage für Inszenierungen. Das große „Welttheater“ Asiens umfasst Figuren-, Sprech-, Musik- und Tanztheater unterschiedlicher Kulturen. Je nach Tradition vereinen sich Tanz und Bewegung, Kampf und Kriegskunst, Sport und Artistik, Musik, Gesang und Erzählkunst, Bühnenkunst, Pantomime und Maskerade sowie Kostümzauber zu einem Gesamtkunstwerk.

Spannungsfeld Natur und Landwirtschaft

Als die Menschen die Landschaften und Inseln besiedelten, die heute zu „Asien“ zählen, fanden sie oft eine reichhaltige Natur vor. Zwar kann nicht mehr festgestellt werden, wie die Menschen die Natur damals empfanden, aber durch viele Fachwissenschaften wie Archäologie, Paläoanthropologie, Ökologie und Ethnologie lässt sich nachvollziehen, wie sie mit Natur umgingen und wo sie sie verändert haben.

Ruhe und Bewegung

In Asien scheinen Ruhe und Bewegung ein beherrschendes Lebensprinzip zu sein. Das „Fahren“ auf einem „Weg“ im realen wie übertragenen Sinne zieht sich durch alle Gesellschaften, Kulturen und Lebensrhythmen. Der wichtigste Weg ist der vom Leben in den Tod, eng verknüpft mit dem lebenslangen Weg der Suche nach Wahrheit. Am Ende jeden Weges steht Ruhe, die in der Ausstellung durch den Japanischen Garten und das Teehaus Ausdruck findet.