Ja, Mainas, die guten alten Gartenmainas, mit denen ich aufgewachsen bin, hübsche, muntere Vögel, deren verwaiste Junge meine Familie mit der Flasche aufgezogen hat. In ihrer großen Weisheit kam die Wildtierbehörde von Samoa zu dem Schluss, dass indische Mainas gegen Rinderzecken helfen könnten, und führte sie hier ein: 1965 den Urwaldmaina, 1988 den Hirtenmaina oder Hirtenstar. Natürlich (oder unnatürlich) war das ein Schuss in den Ofen, und heute sind die Vögel überall, bedrohen die einheimischen Arten und sind äußerst dominant. Sie sehen wie die Vögel aus, die ich kenne, klingen aber etwas anders – schriller, durchdringender. Daraus lerne ich: Wir Immigranten müssen lauter und verwegener sein, um uns in einer feindlichen Umgebung zu behaupten. Wir wissen, dass wir Außenseiter sind.
Die Entdeckungsreise des Museums, an der ich mit so großer Freude teilnehme, hat sehr viele Facetten, und das machen die Mainas mir heute Morgen klar. Hier haben wir eine Gruppe kluger und wertschätzender Menschen aus Europa, wo die Immigration ein zentrales Thema ist. Das Ozeanienprojekt des Übersee-Museums feiert zu Recht die Diversität und packt einige Hinterlassenschaften von Kolonialismus und Einwanderung an. Es könnte ziemlich reibungslos ablaufen, wenn sie sich auf diese eher konventionelle Aufgabe beschränken würden. Aber nein, sie beziehen auch die Naturgeschichte ein, und das Ergebnis ist ein Mix von faszinierender Komplexität.
Man bedenke nur mal: Die Forschung hat nachgewiesen, dass das Gastland von menschlicher Einwanderung letzten Endes immer profitiert. Und dass die Einführung nicht-menschlicher Lebewesen, ob Pflanzen oder Tiere, der Umwelt des Gastlandes normalerweise schadet. Unser unerschrockenes Museumsteam muss sich also mit beiden Realitäten befassen und daraus eine Ausstellung entwickeln, die die menschliche Bewegung feiert, sich aber auch kritisch damit auseinandersetzt, dass Arten sich in einer Umwelt breitmachen, in die sie nicht gehören. Nach einem Tag mit dem Team denke ich, dass sie die Richtigen für den Job sind – sie kümmern sich, sie sind offen, sie wissen eine Menge, und sie wollen lernen.