Unser Fest hatte seinen Namen verdient. Umu, das Sonntagsessen, wird auf heißen Steinen gekocht. Das heißt, dass die jungen Männer am Samstag fischen, Holz hacken und alles Nötige beschaffen. Die jungen Frauen haben andere Aufgaben. Nach der Tradition muss das Feuer erloschen sein, wenn die Sonne am Sonntagmorgen aufgeht, sonst sehen die Anderen deinen Rauch und wissen, dass du verschlafen hast. In manchen Dörfern ist es Gesetz, dass alle zur Kirche gehen, bis auf ein oder zwei Leute, die sich um das Essen kümmern und dafür sorgen, dass alles fertig wird. (Und wieder fragt der nervige New Yorker: Was, wenn du einfach ausschlafen willst?)
Der Gottesdienst war herrlich, auch, weil ich kein Wort verstand. So konnte ich in aller Ruhe die Schnitzereien bewundern, die Buntglasfenster mit Darstellungen von Fischen und Vögeln, und all die Reihen prächtiger Damen mit prächtigen weißen Hüten. Ich weiß nicht, was der Pfarrer sagte, aber das war wahrscheinlich das Beste, denn ich konnte mir sagen, dass er wirklich weise Dinge sagte, was meiner Erhebung und Erleuchtung diente.
Und das Gelage danach, am spektakulären Pazifik unter einem Mandelbaum bei perfektem Wetter – es wäre grausam, das Festmahl jemandem zu beschreiben, der nicht dabei war. Nur ein Hinweis: Neben einem ganzen Schwein gehörte sehr viel Kokosnuss dazu, und es kommt auf die Liste der Besten Mahlzeiten aller Zeiten.
Dann ein Spaziergang durch das schöne Dorf, das verlassen dalag, nachdem alle geschlemmt hatten. Dann ein Bad im Pazifik und eine Wanderung durch den Regenwald. Ein Besuch im Paradies. Und es sieht in jedem Winkel anders aus. Der skeptische New Yorker könnte sich eingeengt fühlen. Der traditionelle Samoaner könnte sich pudelwohl fühlen. Der widerspenstige Dorfbewohner könnte sich schrecklich fühlen. Die Kinder, die in der Kirche herumrennen, könnten fühlen, dass es ihnen gehört, und dass sie zu ihm gehören, und ist es nicht genau das, wonach wir alle suchen?
(Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Thielicke)